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Akupunktur und Hypnose in Koblenz

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Was ist eine Nahrungsmittelallergie überhaupt?

Als Nahrungsmittelallergien werden Unverträglichkeitsreaktionen bezeichnet, bei denen der Körper auf Allergene reagiert, die in Nahrungsmittel enthalten sind. Ihre Diagnose ist auch deshalb so schwierig, weil die Überempfindlichkeitsreaktionen auf unterschiedlichen Immunmechanismen beruhen können, die jeweils nur eigenen diagnostischen Verfahren zugänglich sind.

Wenn eine IgE-vermittelten Reaktion ausgeschlossen werden kann, dann bedeutet dies noch nicht, dass keine Nahrungsmittelallergie vorliegt. Problematisch ist die Interpretation der Ergebnisse vor allem bei Patienten mit Multiallergien. Besonders schwer ist auch die Diagnose von verzögerten allergischen Reaktionen. In der ärztlichen Diagnostik werden oft nur Nahrungsmittelallergien anerkennt, wenn sich mit den Nahrungsmitteln Symptome provozieren lassen. Kommt es aufgrund immunologischer Reaktionen „nur“ zu einer Steigerung der Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, so wird dies oft nicht gelingen. Der bei diesem Beispiel möglicherweise entstehende Immunstress wird sich zu anderen Zeiten mit anderen klinischen Erscheinungen zeigen. Gerade die Langzeitbelastung des Immunsystems oder die permanenten Reizung des Darmes ist mit kassenüblichen Verfahren kaum nachweisbar.

Volkskrankheit Allergie

Von der Volkskrankheit Allergie ist inzwischen ca. ein Drittel der Bevölkerung betroffen. 24 - 32 Millionen Menschen sind allergisch sensibilisiert, 12 Millionen leiden unter Heuschnupfen und ca. 4 Millionen Patienten leiden an Asthma bronchiale.
Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel haben mittlerweile einen Anteil von 5% der Bevölkerung und stellen für die Patienten sowie für Therapeuten nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. Das Erscheinungsbild kann ausgesprochen vielseitig und unklar sein. Wer denkt bei Gelenkschmerzen, Hyperaktivität oder Konzentrationsstörungen schon an eine Nahrungsmittelallergie? Nicht selten kämpfen die Patienten auch mit einer Vielzahl der unterschiedlichsten Symptome. Da Allergene unterschiedliche Zielorgane haben, kann es zu Reaktionen an der Haut, den Schleimhäuten, der Skelettmuskulatur, in unterschiedlichen Bereichen des Gefäßsystems oder auch im Bereich des Gehirns kommen.
Nahrungsmittelallergien sind in allen Altersgruppen zu finden. Dennoch sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene häufiger betroffen als ältere Menschen, sie liegen bei Kindern im Bereich von 5 -28%, bei Erwachsenen im Bereich von 2 - 10%.

Die Bedeutung von Kreuzreaktionen bei Nahrungsmittelallergien

Als allergische Kreuzreaktionen bezeichnet man die Reaktion auf Oberflächenstrukturen von Nahrungsmitteln, die denen der allergieauslösenden Substanzen so sehr ähneln, dass der Körper sie nicht unterscheiden kann. Am häufigsten lassen sich solche Phänomene bei Pollen- und Nahrungsmittelallergenen nachweisen. Benutzt die Natur in den unterschiedlichsten Bereichen also weitgehend identische Proteinmuster und Substanzstrukturen, kann eine allergische Reaktion, die beispielsweise durch den Kontakt mit Äpfeln auftritt, auch dann in Erscheinung treten, obwohl der Patient mit Sicherheit keinen Apfel gegessen hat.

Allergiesymptome im Mund in Form von Juckreiz, Parästhesien, Schwellungen und Bläschenbildung zeigen sich am häufigsten bei der Obst- und Nussallergie, oftmals noch während des Verzehrs. Eine Besonderheit findet sich bei Sellerie, denn roher Sellerie löst bei Birkenpollenallergie Reaktionen aus, während Patienten mit Beifußpollenallergie auf gekochten Sellerie reagieren.

Kreuzallergien zwischen Pollen und Nahrungsmittel lassen sich auch in der Diagnostik ausnutzen, denn die Bekanntheit von Pollenallergenen kann die Identifizierung von Nahrungsallergenen erleichtern. Besonders gefährdet sind Patienten, die auf mehrere Pollen reagieren. Da Pollenallergie nicht zwingend mit Symptomen einhergehen, sollten bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergien auch Pollenallergien getestet werden.

Nahrungsmittelallergene können bei manchen Patienten durch den isolierten Kontakt mit dem unverträglichen Nahrungsmittel keine Reaktionen hervorrufen, dafür aber in Kombination mit anderen Einflüssen. Ein bestimmtes Nahrungsmittel alleine wird vom Immunsystem noch toleriert, unter besonderen Umständen kommt es dann aber zur Reaktion.

Die Psychologisierung von Nahrungsmittelallergien

Eine vorschnelle und kritiklose Psychologisierung der Beschwerden wird oft betrieben. Tatsächlich gibt es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen dem Nervensystem und dem Gastrointestinaltrakt. Über Neurohormone ist der Gastrointestinaltrakt eng mit dem ZNS verknüpft. Darüber hinaus gibt es Neurohormone, die sowohl im Gehrin als auch in Zellen der Bauchspeicheldrüse und der Magenschleimhaut auftauchen. Dies würde erkären, warum manche Nahrungsmittelallergien einen direkten Einfluss auf das Verhalten auszuüben scheinen. Nach Aufnahme der Nahrung in den Gastrointestinaltrakt werden neben Verdauungshormonen auch Neurotransmitter freigesetzt, die auf das Nervensystem wirken. Darüber hinaus lassen individuell unverträgliche Nahrungsmittel Immunkomplexe enstehen, die die Blut-Hirnschranke passieren und sich auf das Befinden und das Verhalten auswirken.

Dennoch erfordert die psychische Reaktion auf die Diagnose „Nahrungsmittelallergie“ einer näheren Betrachtung. Das freigesetzte Histamin führt oft zu innerer Unruhe und Mißempfindungen wie Nervosität oder Hautjucken und damit zu Stress für da Nervensystem. Alleine die innere Erwartung allergischer Reaktionen kann eine Histaminfreisetzung bewirken. So entwickelt sich oft ein Mißverhältnis zwischen der objektiven Intensität der Unverträglichkeit und den subjektiven Beschwerden. Die mit der Diagnose oft einhergehenden Diätempfehlungen erfordern ein hohes Maß an Selbstdisziplin und wirken sich auf das Familiensystem aus, in dem der Patient lebt. Auch dies führt zu einer psychischen Belastung und einer Begünstigung der Allergie. Aus diesen Gründen sollte diese Diagnose nur gestellt werden, wenn sie auch durch objektive Verfahren gestützt ist. Leider hat sie sich in der letzten Zeit zu einer Modediagnose entwickelt, die viele Patienten verunsichert und auf die Vermeidung vieler Nahrungsmittel fixiert, anstatt den Fokus darauf zu legen, dass ein gesunder Körper in der Regel die Grundnahmungsmittel toleriert und es immer ein Ziel der naturheilkundlichen Therapie sein sollte, diese Stabilität wieder herzustellen, anstatt die Menschen immer tiefer in eine Angst vor dem Leben und seinen vielen Begleitumständen hineinzuführen.
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